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Johann Andreas von Liebenberg

14. August 2019

Johann Andreas von Liebenberg wurde am 29. November 1627 in Wien geboren. 1652 trat er zunächst als „gemainer Stadtexpeditor“ in die Dienste der Stadt. 1678 schaffte er es dann zum Amt des Stadtrichters, welches er 1680 aufgrund seiner Ernennung zum Bürgermeister abgab. Schon vier Jahre vor der Türkenbelagerung, nämlich im Jahr Pestjahr 1679, erwarb er sich große Verdienste. Er trat damals freiwillig in das Sanitätskollegium ein, das sich um die Seuchenbekämpfung zu kümmern hatte und arbeitete dort gemeinsam mit seinem späteren Leibarzt an der Eindämmung der Krankheit.

Während der Türkenbelagerung harrte Liebenberg in der Stadt aus und organisierte die Vorbereitungsarbeiten. So überwachte er die Schanzarbeiten und organisierte die Bürgerwehr. Bei den Arbeiten soll er selbst zur Scheibtruhe gegriffen haben, um den Bürgern als Beispiel zu dienen. Dies sahen die Bewohner der Stadt, spendeten ihm Beifall und taten es ihm gleich. Dieser persönliche Einsatz wurde bereits von Augenzeugen hervorgehoben. So schreibt der zur Zeit der Belagerung in Wien aufhältige schlesische Advokat Christian Wilhelm Huhn zu Liebenbergs Todestag am 9. September 1683:

(…) und gieng der regierende Burgermeister Herr von Liebenberg, welcher in währender Belägerung überall gutte Anordnung verfüget, zu grossem Leidwesen der gesambten Bürgerschafft, mit Tod Tode ab.“

Ebenso nahm er eine bedeutende Vermittlerrolle zwischen der Bürgerschaft der Stadt auf der einen Seite und dem Militär unter dem Stadtkommandanten Ernst Rüdiger von Starhemberg auf der Anderen ein.

Die Befreiung seiner Heimatstadt durfte er jedoch nicht mehr erleben. Wenige Wochen vor dem Eintreffen des Entsatzheeres erkrankte Johann Andreas von Liebenberg nämlich an der Ruhr, der er in der Nacht vom 9. zum 10. September 1683 schließlich erlag. In jener Nacht erreichten die Kämpfe in der Stadt einen Höhepunkt; das Entsatzheer aber war schon auf dem Weg.

Die Erinnerung an Johann Andreas von Liebenberg, der im Angesicht größter Gefahr von vermeintlichen Standesunterschieden unbeeindruckt und ohne große Worte zur Tat schritt und damit tausende für die Verteidigung der Stadt begeisterte, bleibt auch in Zukunft noch lebendig und dient uns als Vorbild. Sein Erbe ist unser Auftrag!