• Home
  • Marco d’Aviano

Marco d’Aviano

6. August 2019

Marco d’Aviano wurde am 17. November 1631 in Aviano geboren und zunächst auf den Namen Carlo Domenico getauft. 1648 trat er dann in den Kapuzinerorden ein, wo er bei seiner Einkleidung den Namen Marco annahm. Am 21. November 1649 legte er sein Gelübde ab und empfing sechs Jahre später – nach seinem Studium der Theologie – die Priesterweihe.

D’Aviano predigte zunächst in ganz Italien, wo seine in lateinischer und italienischer Sprache gehaltenen Vorträge von Massenbekehrungen und Wundern begleitet waren. Später führten ihn seine Missionsreisen auch nach Frankreich, Flandern und nach Westfalen. Im Jahr 1680 traf d’Aviano dann auf Kaiser Leopold I., dem er ab diesem Zeitpunkt als freundschaftlicher Berater und Seelsorger zur Seite stand. Als sich 1683 die Türken Wien näherten, berief der Kaiser den Prediger nach Wien, damit er als Apostolischer Delegat beim kaiserlichen Heer die religiöse Vorbereitung zum Entsatz Wiens leite. D‘Aviano bewegte Leopold I. dazu, auf die persönliche Führung des Entsatzheers zu verzichten, als Sobieski zu verstehen gegeben hatte, er würde lieber mit seinen Truppen umkehren als den Führungsanspruch aufzugeben. Als es dann am vierten September, kurz vor der Schlacht am Kahlenberg, erneut zu einem Disput zwischen Karl V. von Lothringen und König Sobieski rund um die Führung des Entsatzheeres kam, konnten die Differenzen durch ein Eingreifen von Marco d’Aviano beseitigt werden. Der Oberbefehl wurde wie vereinbart Sobieski übergeben und ein rasches Vorrücken auf Wien beschlossen. Der Befreiung der Stadt stand nun nichts mehr im Wege. Am 12. September feierte er vor der Schlacht noch einmal die Heilige Messe für das Entsatzheer, das er selbst den ganzen Tag über begleitete, um den Kämpfenden Mut und Trost zu spenden. Seine Beteiligung an den Türkenkriegen als Prediger und Seelsorger sollte schließlich bis 1689 andauern. Kurz vor seinem Tod im Jahre 1699 besuchte er Wien noch einmal, wo er dann auch seine letzte Ruhestätte fand.

Marco d’Aviano wird aufgrund seines politisch-diplomatischen Engagements oft als der „Retter Wiens“ bezeichnet. Tatsächlich ist es wahrscheinlich seinem Einsatz zu verdanken, dass das Entsatzheer rasch mobilisiert und eingesetzt werden konnte. D’Avianos Handeln kann uns daher als hervorragendes Beispiel dafür dienen, wie wichtig es im Angesicht einer drohenden Gefahr ist, Differenzen zu überwinden, um an einem Strang zu ziehen und dass einige Wenige in der Lage sein können, den Vielen Hoffnung zu geben. Sein Erbe ist unser Auftrag!